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Den »Stiefel« hoch Richtung Heimat

Im schwarzen Block: »Napoli vs. Lazio«

Ein ganz besonderes Event in Neapel muss noch nachgereicht werden. Wir haben Tickets für ein Fußballspiel »Neapel gegen Lazio Rom« im Fußballstadion. Mit einem Regionalzug fahren wir also ein paar Stationen vom Zentrum Richtung Arena. Dort erwartet uns bereits reges Treiben, denn es gibt an diesem Abend eine besondere Zeremonie anlässlich des Todestages von »Diego Maradona«, der dort wie ein Heiliger verehrt wird. Alle eingefleischten Fans sind also schon längst drinnen und machen ordentlich Stimmung. An einem Souvenirstand kaufen wir noch schnell zwei Napoli-Schals. Mit dem »Greenpass« kommen wir problemlos in den Fußballtempel und versuchen, unsere Plätze zu finden. Irgendwo, direkt im schwarzen Block, mitten unter den »ULTRAS« muss es sein. Schnell stellen wir fest, dass es dort sowas wie Sitznummern nicht gibt. Den Kommentaren der Hardcore-Fans zu Folge hat scheinbar noch nie ein Fremder versucht, in dieses heilige Terrain einzudringen. Egal. Wir suchen uns einen Stellplatz in der Nähe und werden auch fündig. Die Stimmung ist absolut elektrisierend und die Fangesänge suchen ihresgleichen. Es wird ein unvergesslicher Fußballabend. Das liegt vielleicht auch am Ergebnis: Napoli/Lazio Rom 4:0!

Camping – time to say goodbye!

Es ist traurig aber wahr. Zum Campen ist es jetzt einfach zu kalt. Davon abgesehen, dass die meisten Campingplätze eh geschlossen sind, ist unser VW-Bus zum Übernachten bei frostigen Temperaturen nicht geeignet. Da hilft auch die Standheizung nichts. Zudem ist es bereits um 17:00Uhr stockdunkel. Wir quartieren uns also für die letzte Etappe in diesem Jahr in verschiedenen »Airbnb« Wohnungen ein. Nachdem wir ja gut ausgerüstet sind, holen wir aus dem Auto, was in den Wohnungen fehlt. »Camping light« sozusagen!

Beim »Franz von Assisi«

»Assisi« ist das komplette Gegenprogramm zu »Neapel«: ruhig, spirituell, meditativ. Der ganze Ort wirkt wie herausgeputzt und alle Gebäude sind in sauberem, gepflegtem Zustand. Wir waren bereits vor 17 Jahren einmal da und fühlen uns dieser umbrischen Stadt irgendwie verbunden. Die Geschichte des »Franz von Assisi« hat bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Man spürt diesen franziskanischen Geist, wenn man durch den Ort spaziert oder eine der vielen Kirchen besucht. Jetzt im Dezember gibt es kaum Pilger oder Touristen und es ist beschaulicher als in den Sommermonaten.

Wir wandern an einem durchwachsenen Tag durch einen dichten Eichenwald am Berg »Monte Subasio« zur Einsiedelei »Delle Carceri« (der Einsamkeit) in die sich Franziskus einst zum Gebet zurückzog. Es hat geschneit und es ist kalt. Außer uns ist kaum jemand da. Der freundliche Souvenirverkäufer freut sich, dass wir ihm zwei Espressi und ein paar Mitbringsel abkaufen. Wir erkunden die Wege rund um die Einsiedelei und finden auch die Höhlen und Grotten, in denen einst die Gefährten des Franziskus und später Mönche lebten. Die Behausungen künden von einem harten und entbehrungsreichen Leben. Kaum zu glauben.

Eher durch Zufall finden wir in der Stadt ein Schild mit der Aufschrift »zu den deutschen Schwestern«. Dort gibt es doch das einzigartige »Olivensalz«, das wir von Ursi und Martin geschenkt bekommen haben. Wir zögern nicht lange, läuten an der Pforte und eine Klosterschwester aus Teisendorf verkauft uns gerne das begehrte Gut.

»Florenz«

Der nächste Stopp ist in »Florenz«. Die Hauptstadt der Toskana war einst im 15./16. Jahrhundert eine florierende Metropole in Europa. Aufgrund seiner allgemeinen kulturellen Bedeutung und insbesondere für die bildende Kunst wurde es früher schon als das »italienische Athen« bezeichnet. Klangvolle Namen sind allesamt mit der Stadt verbunden: die Dynastie der »Medici«, »Leonardo da Vinci«, »Michelangelo« und »Galileo Galilei«. Auch hier waren wir schon früher einmal, aber die Erinnerungen sind beinahe verblasst. Zeit für ein Update! Das Auto lassen wir bei unserer Wohnung auf dem Land stehen und fahren mit dem Zug ein paar Stationen in die Innenstadt. Die Sonne scheint. Alles bestens.

Wir durchstreifen die Fußgängerzone und nutzen die Gunst der Stunde: ein Besuch in den »Uffizien«. Die Warteschlange zu dieser einzigartigen Kunstgalerie ist gerade kurz. Es wird allerdings ein längerer Ritt, bis wir die heiligen Hallen schließlich erreichen. Wir müssen zweimal durch eine Sicherheitsschleuse, wie am Flughafen. Ich (Martin) werde angehalten, weil in meinem Rucksack scheinbar ein messerähnlicher Gegenstand sein soll. Die Vorwürfe erweisen sich allerdings als gegenstandslos. Wir dürfen passieren. Jetzt kommt einer und misst Fieber. Zweimal wird unser »Greenpass« (Impfstatus) überprüft und schließlich entwertet wieder ein anderer unsere Tickets. Arrgh! Die Strapazen haben sich allerdings mehr als gelohnt. Wir verbringen mehrere Stunden in den Uffizien und staunen über die vielen Meisterwerke. Ohne Worte! Wer die Möglichkeit hat – bitte unbedingt besuchen!

Florenz ist die Stadt der Lederwaren. Überall kleine Läden und auch Verkaufsstände mit Lederwaren aller Art. Jacken, Taschen, Gürtel, Geldbörsen, Koffer usw. Kein Wunder also, dass ich (Martin) einen Ersatz für meine auf der Reise verschollene Lederjacke finde. Der Verkäufer ist sehr freundlich und macht tatsächlich einen sehr guten Preis. Geht doch!

Und dann noch ein unerwartetes Highlight: eher zufällig stoßen wir auf unserem Stadtrundgang auf einen »Christkindlmarkt«. Es gibt bayerische und Salzburger Spezialitäten. Wir fühlen uns wie zu Hause: Glühwein, Bratwürste mit Sauerkraut, Schweinshaxen, Speck- und Spinatknödel, Kletzenbrot, Geräuchertes usw. Das lieben die Italiener genauso wie wir!

»Riva del Garda«

Unsere letzte Station auf dem Weg nach Hause ist die Stadt »Riva del Garda« am nordwestlichen Ufer des Gardasees. Als wir abends den Ort durchstreifen und lauter werdender Musik folgen, gelangen wir zu einem weiteren Christkindlmarkt. Die Gebäude rundherum sind farbig beleuchtet und überall blinken Lichterketten. An den Ständen genehmigen wir uns noch einen Glühwein und kaufen einige regionale Produkte für zu Hause. Am kommenden Morgen scheint die Sonne, die Berge ringsherum sind bereits schneebedeckt. Noch ein paar Fotos am Gardasee und dann geht es über die Brennerautobahn heim. Schön wars!

Wieder »dahoam«

Daheim werden wir bereits freudig erwartet und liebevoll bekocht. Jetzt machen wir erst mal Pause. Wenn es die Umstände erlauben, starten wir im Januar/Februar wieder los. Wir freuen uns schon darauf und planen bereits die nächsten Touren. Wir wünschen euch allen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und dann einen guten Rutsch ins neue Jahr 2022.

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Kommentare: 2
  • #1

    Karin (Mittwoch, 08 Dezember 2021 12:28)

    Danke für die schönen Eindrücke und Fotos.��freu mich schon auf die nächsten Berichte.�☀️ schöne Weihnachten �❄️⛄

  • #2

    Kletzlfranz (Freitag, 10 Dezember 2021 08:20)

    Wir freuen uns dass ihr wohlbehalten wieder unsere Nachbarn seid. Habt eine gute Zeit der Weihnacht und freut euch auf das, was ihr noch vor euch habt.