· 

»Servus Hellas! Salve Italia!«

Die letzten Tage in Griechenland

Bis zur Überfahrt nach Italien mit der Fähre bleiben uns noch einige Tage. Ursprünglich hatten wir geplant, unser Lager auf einem Campingplatz in der Nähe von »Parga« aufzuschlagen, doch daraus wird nichts. Alle Campingplätze sind bereits geschlossen, obwohl einige eigentlich ganzjährig geöffnet haben sollten. Wir vermuten, es hängt auch mit den kürzlich verschärften Pandemie-Regeln in Griechenland zusammen. Wer weiß? Wer finden eine preiswerte Airbnb Wohnung in der Nähe von »Preveza« und quartieren uns dort ein. Der Vermieter »Padelis« empfängt uns sehr freundlich und wir haben in einer sehr gepflegten, familiären Umgebung alles, was wir brauchen.

Das »Zalongo Monument«

Etwa eine dreiviertel Stunde mit dem Auto entfernt liegt in der nordwestgriechischen Region »Epirus« der sogenannte »Berg Zalongo«. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Barbara für den Tipp! Wir parken unser Auto im nächstgelegenen Ort, wandern eine knappe Stunde, passieren zunächst eine Klosteranlage und erreichen schließlich ein hochgelegenes, beeindruckendes, steinernes Monument, das man schon von Weitem sehen kann. Außer uns ist niemand da. Auf einer Schautafel lesen wir die traurige Geschichte, die sich dahinter verbirgt: das Denkmal erinnert an den »Tanz von Zalongo«. Frauen aus den umliegenden Dörfern hatten sich im Jahr 1803 tanzend mit ihren Kindern in den Tod gestürzt, um der Versklavung durch den Türkenherrscher »Ali Pascha« zu entgehen. Für ihr tapferes und heldenhaftes Verhalten werden diese Frauen verehrt und ihr Andenken in Ehren gehalten. Für uns hat das Ganze nichts Heroisches. Es ist einfach nur traurig.

Die Lagunenlandschaft von »Koronisia«

Für alle Naturliebhaber ist ein Besuch der einzigartigen Lagunenlandschaft von »Koronisia« am »Ambrakischen Golf« ein unbedingtes Muss. Wir erreichen den kleinen Ort über eine kilometerlange schmale Dammstraße, die sich wagemutig über das endlose Wasser spannt. Mit ein wenig Entdeckergeist finden wir einen Rundweg um die Halbinsel und lernen prompt wieder einen treuen Hund als Begleiter kennen, der uns auf Schritt und Tritt folgt. Wir sehen weiße und rosafarbene Flamingos, eine Meeresschildkröte und sogar Pelikane. Leider sind sie für Nahaufnahmen mit dem Handy doch zu weit weg. Ich (Martin) bin als passionierter Angler fasziniert von den unzähligen kleinen und großen Fischen, die sich in der Lagune tummeln. Leider habe ich mein Fischerzeug zu Hause gelassen. Schade! Unvergleichlich sind auch die dortigen Muschelbänke. Kein einziger Stein, nur Muscheln weit und breit.

»Parga, die Beautyqueen«

Die gemütliche und atmosphärische Küstenstadt »Parga« ist unser letztes Ziel in Griechenland. In der Hauptsaison ist sie nicht ohne Grund ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Wunderschöne sandfarbene Buchten, romantische Gassen in einer malerischen Altstadt und ein autofreier Hafen, in dem Tavernen, Bars und gepflasterte Straßen zum Flanieren einladen. Beim Spaziergang durch die engen Gassen treffen wir auf viele kleine Geschäfte und überall stehen typisch venezianische Häuser. Über allem thront eine alte Burgruine, die wir gerne erkunden.

Servus Hellas, schön war´s!

Insgesamt waren wir 50 Tage in Griechenland unterwegs und haben sehr viele Eindrücke sammeln können: intensive Begegnungen mit Menschen, wundervoll abwechslungs-reiche Landschaften, traumhafte Strände, malerische Orte und antike Sehens-würdigkeiten mit großer Strahlkraft. Vor allem aber sind wir gesund geblieben und hatten keine nennenswerten Widrigkeiten. So blicken wir sehr dankbar auf diese Zeit zurück und freuen uns auf die nächste Etappe. Servus Hellas!

Überfahrt mit der Fähre nach Italien

Wir haben eine Fähre von »Igoumenitsa« (Griechenland) nach »Brindisi« (Italien) gebucht. Dazu das obligatorische mehrseitige Einreiseformular ausgefüllt. Alles online, ohne Papier. Um Mitternacht soll es losgehen und zehn Stunden später erreichen wir dann den Zielhafen. Auf eine Kabine haben wir für diese überschaubare Strecke verzichtet. Der Abreisetag zieht sich mächtig in die Länge und wir sind froh, als wir abends endlich in einer Taverne sitzen und bei einem Rotwein die Reise revue passieren lassen. Alles, was wir für die bevorstehende Nacht brauchen, haben wir bereits hergerichtet. Plötzlich kommt eine SMS von der Fährgesellschaft: „Wir bedauern, dass sich ihre Abreise um 7:30 Stunden verzögern wird…“. Was? Nach einer längeren Irrfahrt über das Hafengelände und so mancher Fragerei erreichen wir schließlich den zuständigen Schalter für unsere Fahrt und erfahren, dass wir die Nacht gerne auf dem abgesperrten Hafengelände verbringen können – im VWBus. Eingezwickt zwischen Kolonnen von LKWs (überwiegend aus Bulgarien) diversen anderen Fahrzeugen mit Saisonarbeitern, Urlaubern, Familien mit Kleinkindern und einem Höllenlärm rundherum gelingt es uns, ca. zwei Stunden zu schlafen, dann beginnt das Boarding. Sollte uns die Gesellschaft nach einem Feedback zur Überfahrt befragen, dann würde es in etwa so ausfallen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider verlief die Überfahrt mit der Fähre für uns nicht ganz zufriedenstellend. Die Abfahrt verzögerte sich um 7:30 Stunden ohne Nennung von Gründen. Die Nachricht der Verschiebung erfolgte erst kurz vor der geplanten Abfahrt. Die nächtliche Unterbringung auf dem Hafengelände war sehr schlecht organisiert. Es war durchgehend sehr laut und kein einziges WC weit und breit. Das Inventar auf der Fähre war teilweise in desolatem Zustand und die sanitären Anlagen unbenutzbar. Zudem war das Personal teilweise sehr unfreundlich. Der Kaffee im Bordrestaurant war allerdings sehr gut.

So weit so gut. Wir erreichen schließlich »Brindisi« und sind froh, es hinter uns zu haben.

Salve bella Italia!

»Foglianise«

Es folgen weitere 300km auf der Straße und am Abend erreichen wir das Dorf »Foglianise«, eine Gemeinde mit etwa 3200 Einwohnern in der Provinz »Benevento« (Kampanien). »Neapel« liegt nur etwas mehr als 100 Kilometer entfernt. Dort werden wir bereits freudig von Silvia und Maria erwartet. Es ist das erste Mal, dass wir die Freundin unseres Sohnes Thomas und deren Mama in ihrer Heimat besuchen. Maria lebt dort in einem alten, herrschaftlichen Haus mit einem großen Garten. Der Ortsteil heißt ganz passend »Palazzo«. Vom Balkon aus kann man die gesamte hügelige Gegend überblicken. Wir beziehen ein großes Schlafgemach im Obergeschoß und werden rund um die Uhr liebevoll umsorgt. Unweigerlich müssen wir an den Film: »Maria, ihm schmeckt´s nicht« denken, denn täglich gibt es reichlich italienische Spezialitäten aus der Küche und wir vergessen schnell alle guten Vorsätze: gefastet wird an einem anderen Tag! Ein Restaurantbesuch mit einem mehrgängigen Menü anlässlich Martins Geburtstag gibt uns die Gelegenheit, noch weitere, liebenswürdige Verwandte kennen zu lernen. In den kommenden Tagen erkunden wir die Gegend. Wir wandern zur »Eremitage St. Michele«, besuchen den Freizeitpark »Camposauro« und fahren mit dem Rad in die 15km entfernte Stadt »Benevento«. Unseren roten VW-Bus stellen wir in der Zwischenzeit bei einer Tante im Garten ab. Die Tante berichtet uns ein paar Tage später, dass die Dorfbewohner schon mutmaßen, ob denn die Feuerwehr bei ihnen im Einsatz ist. Wir genießen es sehr, täglich neuen Leuten zu begegnen und dadurch auch Land und Gebräuche ein wenig besser kennen zu lernen.

»Benevento«

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Kletzlfranz (Sonntag, 21 November 2021 08:29)

    Bleibt gesund und habt weiterhin Freude und Spaß am Erreichen neuer Ziele.
    Liebe Grüße aus der Heimat

  • #2

    Karin (Samstag, 27 November 2021 14:53)

    Wart scho auf Neuigkeiten von euch beiden �� nach nebligen Tagen wären ☀️ Bilder schön �